Milien, Warzen, weiche Fibrome und Pigmentflecken - die lästigen Ästhetikmakel der Dermatologie

Selten bedrohlich und doch oft belastend: Bestimmte Hautstörungen können Betroffene vor eine echte Geduldsprobe stellen. Doch nicht verzagen - die Dermatologie bietet verschiedene Möglichkeiten, die ungewollten Gäste loszuwerden und ihren Ursachen auf den Grund zu gehen. Prof. Dr. med. Markus Zutt klärt heute über Ursachen, Entstehung und mögliche Therapien auf.

Was genau sind Milien, Warzen, weiche Fibrome und Pigmentflecken?

Prof. Dr. med. Markus Zutt: Bei Milien handelt es sich um kleine harmlose Zysten in der Haut, die häufig nach Entzündungen entstehen können. Diese sind meist nur stecknadelkopfgroß oder kleiner. Bei Warzen handelt es sich meist um Hautveränderungen, die durch Viren ausgelöst sind. Häufig entstehen diese an Händen und Füßen. Darüber hinaus gibt es sogenannte altersbedingte warzige Veränderungen, die wir auch Verrucae seborrhoicae nennen. Diese sind in der Regel harmlos und überwiegend nur ästhetisch störend. Manchmal können sie jedoch Juckreiz auslösen. Der Dermatologe kann diese schnell erkennen und von anderen Hautveränderungen leicht unterscheiden. Fibrome sind gestielte Anhängsel in den Hautfalten oder auch am Hals, diese sind harmlos. Pigmentflecken sind bräunliche Verfärbungen der Haut, meist in der Sonnen-ausgesetzten Haut im Gesicht und an den Armen und Handrücken. Diese sind bräunlich und ebenfalls harmlos. 

Wie entstehen diese und kann man präventiv dagegen vorgehen?

Bei Warzen stecken häufig Viren dahinter. Gegen die altersbedingten Veränderungen, wie Verrucae seborrhoicae, kann man leider in der Entstehung nichts tun. Gleiches gilt für Fibrome. Sonnenbedingte Pigmentierungen lassen sich natürlich durch das Meiden von Sonnenlicht verhindern.

Als Geschäftsführer des Dermatologikum Bremen und leitender Facharzt der Dermatologie und Venerologie hat sich Prof. Dr. med. Markus Zutt unter anderem auf Allergologie, Phlebologie und medikametöse Tumortherapie spezialisiert.
Als Geschäftsführer des Dermatologikum Bremen und leitender Facharzt der Dermatologie und Venerologie hat sich Prof. Dr. med. Markus Zutt unter anderem auf Allergologie, Phlebologie und medikametöse Tumortherapie spezialisiert.

Wie können diese ästhetischen Störenfriede entfernt werden?

Die meisten dieser Hautveränderung lassen sich durch einfache, kleine operative Eingriffe durch eine Hautärztin oder ein Hautarzt problemlos entfernen. Dabei können zum Beispiel in einer örtlichen Betäubung oder durch eine Betäubungscreme mit kleinen scharfen Instrumenten diese Hautveränderungen oberflächlich abgetragen werden. Pigmentflecken lassen sich unter anderem auch durch eine Laserbehandlung entfernen. Bei Viruswarzen muss auch über örtliche Medikamente, wie z.B. Lösungen oder Cremes, die auf die Haut aufgetragen werden, nachgedacht werden.

Was halten Sie von DIY-Behandlungen zu Hause? (Abbinden, ausdrücken, mit Zitronensaft behandeln, etc.)

Ich halte von der Selbstbehandlung bei den oben genannten Hautveränderungen nichts. Es kann bei einer Selbstbehandlung durchaus zu Nebenwirkungen, wie z.B. Infektionen oder Blutungen kommen. Daher sollte dies nicht zu Hause durchgeführt werden, sondern in der dermatologischen Praxis.

Welche dieser Hautstörungen können im Kosmetikinstitut behandelt werden und welche sollten dermatologisch betrachtet werden?

Die meisten dieser oben genannten Veränderung sollten in dermatologischen Praxis diagnostiziert und behandelt werden. Bei sehr kleinen Milien können diese unter Umständen auch durch eine kosmetische Behandlung entfernt werden. Zusammengefasst sollte jedoch immer ein dermatologischer Kontakt bei oben genannten Veränderungen erfolgen.

 Bei Fragen oder für eine individuelle Beratung stehen wir unseren Patient:innen sehr gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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